Wenn die Wohnung nicht mehr passt…

Altersgerechte Wohnideen individuell verwirklichen – mit der richtigen Planung ist das kein Problem. Oft ist ein Neubau die beste und günstigste Lösung.
Gerade noch hatten wir uns über die laute Musik unseres Sprösslings geärgert“, erinnert sich Jochen Graf. „Die dreckigen Schuhe im Flur, das Chaos im Zimmer unserer Jüngsten. Dann plötzlich waren die Kinder aus dem Haus.“ Doch statt die neue Freiheit in ihren vier Wänden in vollen Zügen zu genießen, standen Luise und Jochen Graf unvermittelt vor der Frage: „Das Haus ist zu groß für uns geworden – was machen wir jetzt damit?“
Ähnlich wie Familie Graf geht es immer mehr der über 50- Jährigen. Nicht nur, weil sie gar nicht so viel Platz brauchen. Sondern auch wegen der stetig steigenden Energiekosten. Denn auch nicht mehr genutzter Wohnraum muss natürlich geheizt und instand gehalten werden. Bei kleinen Objekten mögen die so entstehenden Mehrkosten auf Dauer nicht ins Gewicht fallen. Bei großen Immobilien ist das jedoch anders. Und dazu kommt: Sind sie über mehrere Etagen vom Keller bis in den Spitzboden ausgebaut, ist die Aufteilung der Wohnräume für ältere Menschen langfristig unbequem.
„Ein Neubau war günstiger“
Wie die Immobilie für den so genannten „dritten Lebensabschnitt“ auszusehen hat, hängt vor allem von einem ab: den individuellen Komfortansprüchen. Für die Grafs stand nach einigen Berechnungen fest: „Statt unsere rund 200 Quadratmeter komplett altersgerecht umzubauen, ist ein Neubau die bessere und günstigere Lösung.“ Luise Graf: „Einschränkungen oder Kompromisse kommen in unserem neuen Wohnkonzept nicht vor.“
Treppen und Türen verbreitern
Das Baugewerbe hat sich auf die neuen Bedürfnisse der Generation „50 plus“ längst eingestellt. Neben klassischen Bungalow-Lösungen bieten inzwischen auch Wohnkonzepte über zwei Ebenen viele Möglichkeiten, ein altersgerechtes Wohnen zu realisieren. Zum Beispiel durch eine besonders breite, möglichst massive Treppe mit flachen Stufen. Denn Aufgänge dieser Art ermöglichen das problemlose Nachrüsten mit Treppenliften. Ein positiver Nebeneffekt der Überbreite: Das Treppenhaus besticht erst einmal durch Großzügigkeit. Und wird später ein Lift eingebaut, kann die Treppe weiter auch bequem zu Fuß genutzt werden. Ähnliches gilt für Türen und Flure: Die Türen sollten mindestens 80 cm breit sein, die Flure 1,40 Meter. Zum Vergleich: Eine normale Zimmertür ist 70 cm breit, oft sogar weniger. Ein durchschnittlicher Flur misst einen Meter.

